Taxi Stadt Zürich - Alles Taxi. Oder was?
Zum Taxi kam Rolf Pfister wie die Jungfrau zum Kinde, wie man so sagt.
Portrait [auf Bild klicken] im Tages-Anzeiger der Stadt Zürich am 17. März 2007
Nach einer Lehre als kaufmännischer Angestellter in einem Fachzeitschriften-Verlag mit Druckerei arbeitete er nach der militärischen Weiterausbildung zum Fourier als Sachbearbeiter bei einer Privatbank in Zürich. Dort lernte er seine Frau kennen, die ebenfalls da arbeitete. Die beiden heirateten 1976 und machten sich 1977 selbständig, indem sie ein Milch- und Lebensmittelgeschäft käuflich übernahmen. Einen Quartierladen mit etwa 50 Quadratmeter, ohne Selbstbedienung:

Eines Tages 1981 erzählte eine Kundin im Laden von einem Autounfall ihres Mannes. Dieser, ein 72-jähriger Taxihalter, war beim Hauptbahnhof vor ein Vortritt berechtigtes Auto gefahren und hatte einen Totalschaden verursacht. Nachdem er für sich einen neuen Taxi gekauft und ausgerüstet habe, sei ihm nun aber wegen diesem Unfall der Taxiausweis entzogen worden und sie suche jetzt einen Käufer für den Taxi. Spontan kaufte Rolf den Taxi zwecks Weiterverkauf. Als Besitzer des Wagens änderte er jedoch seine Absichten und er erwarb sich die notwendigen Prüfungen und Ausweise, um selber nebenberuflich Taxi zu fahren.
Mit einem Anschlussvertrag bei der Zentrale Taxiphon und einer B-Funkbewilligung startete er anfangs 1982 als selbständiger Taxihalter in der Stadt Zürich, nebenberuflich.
Als Haupterwerb diente ab 1983 nach Aufgabe des Lebensmittelgeschäftes, als die Ehefrau mit dem 3. Kind zur Tätigkeit der Mutter und Hausfrau wechselte, ein Transportgeschäft mit bis zu fünf Lieferwagen und drei fest angestellten Chauffeuren für Kurierdienste und Umzüge bis 3-Zi-Whg.
Rolf Pfister hat nie den Fehler gemacht, sich von den unregelmässigen, von Zufall, Glück und Pech beeinflussten Einnahmen aus dem Taxigeschäft abhängig zu machen.
Selbst wie er altershalber zwecks Gelderwerb nur noch Taxi fährt, braucht er lediglich eine halbe Existenz zu erwirtschaften, weil die Ehefrau nach dem Auszug der erwachsenen Kinder nun ebenfalls wieder Geld verdient.
Ab und zu erwähnen Fahrgäste im Taxi, man merke das ihm an, er mache diesen Job freiwillig und gerne. Er sei ein wohltuender Unterschied zu vielen Taxilenkenden, welche oft frustriert nur noch Jammern und Meckern würden. Oder jenen, die Sündenböcke suchen für die Schuld an ihrem eigenen Unvermögen. Beliebt seien dabei Behörden, Direktoren von Taxizentralen oder einfach der Neid auf erfolgreichere Kollegen.